Wieso sollte man in Aktien investieren?

Für ein langfristiges und erfolgreiches Investment muss man definitiv kein Börsenprofi sein. In diesem Artikel erkläre ich euch, was es bedeutet, in einzelne Aktien zu investieren und welche anderen Formen der Aktienanlage es gibt.

Was bedeutet es eigentlich, Aktien zu erwerben?

Als Inhaber einer Aktie besitzt man einen Anteil eines Unternehmens. Meist ist das nur ein Bruchteil des Gesamtwertes. Zum Beispiel besäße man mit 10 Apple-Aktien im Wert von etwas mehr als 1000 Euro nur etwa 18 Millionstel des Unternehmens.

Zum Vergleich: Die Niederlande hat knapp 18 Millionen Einwohner.


Obwohl man durch die Aktie einen Teil des Unternehmens besitzt, erhält man also als Kleinanleger nur in den seltensten Fällen einen starken Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens.




Welchen Vorteil hat man davon, eine Aktie zu besitzen?

Wenn eine Aktiengesellschaft erfolgreich ist, schüttet sie ihre Gewinne entweder als Dividende an die Aktionäre aus oder behält einen Teil der Gewinne ein und steigert damit die Zukunftsfähigkeit und den Wert des Unternehmens.

Dadurch werden in der Regel auch die dazugehörigen Unternehmensanteile (Aktien) teurer.

Das liegt daran, dass die Nachfrage steigt und es trotzdem dieselbe Anzahl an Anteilen auf dem Markt gibt.

Somit gewinnen die erworbenen Aktien an Wert.

Nicht nur aktuelle positive oder negative Entwicklungen rund um ein Unternehmen haben Einfluss auf den jeweiligen Aktienpreis, sondern auch Spekulationen über zukünftigen Erfolg. Das führt dazu, dass bei Investoren beliebte Aktiengesellschaften oft einen höheren Wert am Aktienmarkt (Marktkapitalisierung) haben als man erwarten könnte, wenn man aktuelle Zahlen zu Umsatz und Gewinn vergleicht.

Den Gewinn, der aus dem Anstieg des Aktienwertes entsteht, kann man realisieren, indem man die Anteile zu dem erhöhten Preis verkauft.

Eine andere Möglichkeit ist, diese Aktien zu behalten und daran zu glauben, dass sie ein Zukunft noch stärker an Wert gewinnen werden. Außerdem kann man dann auch in Zukunft auf weitere Dividendenzahlungen hoffen.

Da diese Abwägung des Verkaufs häufig nicht einfach ist, ist es eine gängige Methode, nicht alle Aktien eines Unternehmens gleichzeitig zu verkaufen, sondern nur einen Teil des Gewinns mitzunehmen.

Der Anstieg der Unternehmenswerte am Aktienmarkt führt traditionell zu einer deutlich höheren Rendite (Ertrag der Geldanlage) im Vergleich zu anderen Anlageformen wie Girokonten oder Sparbüchern beispielsweise.

In den letzten Jahren ist es noch deutlich attraktiver geworden, in Aktien zu investieren, da die Zinsen für andere Anlageformen deutlich gesunken sind und der Aktienmarkt sich äußerst positiv entwickelt hat.

Aktuell muss man für größere Beträge auf Bankkonten sogar häufig Gebühren bezahlen statt Zinsen zu erhalten. Am Aktienmarkt hingegen kann man längerfristig von jährlichen Renditen (Dividenden plus Wertsteigerung) zwischen fünf und zehn Prozent ausgehen. Beispiel: Würde man jetzt Geld zur Seite legen, würde sich dieses Geld bei 5% jährlicher Rendite in etwa 14 Jahren verdoppeln. Der DAX hat historisch eine durchschnittliche Rendite von etwa 8% erzielt, was zu einer Verdopplung von nur etwa 9 Jahren führen würde.

Der große Vorteil, in Aktien zu investieren ist also, dass man nach einigen Jahren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit deutlich mehr Geld übrig haben wird.

Man muss dabei nicht zwingend in einzelne Aktien investieren, sondern kann auch beispielsweise Fonds wählen. Welche Vorteile das hat und welche anderen Möglichkeiten der erfolgreichen Aktienanlage es gib erfahrt ihr weiter unten.


Welche Aktien sollte man erwerben?

Man sollte grundsätzlich davon überzeugt sein, dass das jeweilige Unternehmen sich positiv entwickeln wird. Außerdem ist es empfehlenswert, auch mit den Aktivitäten des Unternehmens einverstanden zu sein. Zum Beispiel wäre es für einen überzeugten Pazifisten wahrscheinlich weniger sinnvoll, in einen Rüstungskonzern zu investieren, den er unter keinen Umständen unterstützen möchte.

Ich selber fahre die Strategie, grundsätzlich nur dann in eine Aktie zu investieren, wenn ich mich langfristig damit wohlfühlen kann. Dazu benötige ich Vertrauen, das ich durch ausreichend Wissen über das jeweilige Unternehmen gewinnen kann.


Ist es denn 100% sicher, dass man mit einer Aktienanlage erfolgreich ist?

Nein. Ein gewisses Risiko besteht bei jedem Aktieninvestment. Das liegt daran, dass man mit seinem Geld auch daran beteiligt ist, wenn Unternehmen sich schlecht entwickeln und die Aktienkurse sinken.

Sollte man beispielsweise ausschließlich deutsche Aktien besitzen und sich die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren schlecht entwickeln, wird auch die eigene Rendite nicht besonders positiv ausfallen.

Es gibt regelmäßig Rezensionen oder sogar Wirtschaftskrisen, bei denen sich der Wert der Aktien über kurze Zeit stark verringern kann.

Allerdings hat sich historisch die Wirtschaft und der Kapitalmarkt immer wieder von diesen Rückschlägen erholt, sodass die Anleger noch nie längerfristig Verluste hinnehmen mussten.

Man sollte diese Faustregel (gilt für alle Anlageformen) immer beachten:

Je höher die Rendite, desto höher das Risiko




Äußerst spekulative Investitionen können den Investor zwar extrem reich werden lassen, aber auch zu einem Totalverlust führen.




Ein Beispiel für so eine sehr riskante Anlage außerhalb der Aktienwelt ist zum Beispiel Lotto:


Man kann zwar mit geringem Einsatz durch einen Millionengewinn sehr reich werden, doch es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass man seinen Einsatz (das "Investment") verliert.


Deswegen ist es wichtig, sich immer dem jeweiligen Risiko der Anlage bewusst zu sein und es in seine Entscheidungen mit einzubeziehen.

Trotzdem ist es sehr gut möglich, so in Aktien zu investieren, dass das Risiko begrenzt und die Rendite gleichzeitig hoch ist. Die Mischung aus etwas spekulativeren Investments und sicheren Anlagen ist dabei sehr individuell.

Die Kunst des äußerst erfolgreichen Investments liegt darin, früher und besser Entwicklungen von Unternehmen zu erkennen als andere Marktteilnehmer. Jedoch kann ich euch beruhigen: Auch ohne diese Fähigkeiten kann man sehr gute Renditen am Markt erzielen!

Ganz wichtig ist eine ausreichend breite Streuung in dem Aktienportfolio!

Das bedeutet, dass man gleichzeitig in Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen investieren sollte, damit das Gesamtrisiko minimiert wird.

Um diese Wahl zu treffen, sollte man sich entweder selber sehr gut auskennen oder sich von Experten unterstützen lassen. Welche Möglichkeiten es dabei gibt erfahrt ihr weiter unten.


"Ich finde das Unternehmen XY richtig vielversprechend und habe gerade etwas Geld übrig. Soll ich dieses Geld zu 100% in die Aktien von XY investieren?"

Nein, denn Streuung ist bei der Aktienanlage extrem wichtig!

Warum? Es kann immer mal passieren, dass das Unternehmen XY trotz extrem positiver Aussichten plötzlich große Probleme bekommt und schlimmstenfalls sogar insolvent wird.

In diesem Fall würde der größte Teil deines investierten Geldes verschwunden sein, weil das Unternehmen seinen Wert verliert. Wenn du nun beispielsweise 20-30 Aktien verschiedener Unternehmen besitzen würdest, wäre so ein einzelner Fall immer noch sehr ärgerlich, doch positive Entwicklungen der anderen Unternehmensanteile könnten diesen Verlust höchstwahrscheinlich "abfedern".


Beispiel: Du besitzt ein Aktiendepot, das du Anfang 2020 erstellt und danach total vergessen habt.

Neben anderen Unternehmen hast du in Wirecard und Hapag-Lloyd jeweils 225€ investiert. Mit den Wirecard-Aktien wurden durch die Insolvenz fast 225€ Verlust gemacht. Die Hapag-Lloyd-Aktien steigerten ihren Kurs von 75€ auf etwa 200€, sodass hierbei ein Gewinn von 375€ (3*125€) entstanden ist. Insgesamt hast du also trotz der Wirecard-Insolvenz höchstwahrscheinlich eine gute Rendite erzielt.


"Ich habe gerade einmalig 1000 Euro übrig. Reicht das für eine gute Streuung?"

Man sollte meiner Überzeugung nach immer zumindest so viel Geld übrig haben, dass man das investierte Geld in naher Zukunft nicht dringend benötigt und sich einige verschiedene Aktien leisten kann. Die Streuung bei Aktien ist aus mehreren Gründen mit wenig Kapital etwas schwieriger:

  1. Einzelne Aktien haben teilweise einen hohen Stückwert. Zum Beispiel kostet eine Aktie von Alphabet Inc (Google) aktuell etwa 2400€ oder von der Adidas AG knapp 300€. Sollte man also 1000€ übrig haben, wird eine Streuung mit mehreren, unterschiedlichen Aktien ziemlich schwierig.

  2. Es fallen in der Regel Transaktionskosten an. Bei vielen Anbietern ist es günstiger, einen größeren Wert an einzelnen Aktien zu kaufen als viele kleine Anteile zu erwerben. Sollte es zum Beispiel 5€ pro Transaktion kosten, wäre ein Kauf von Aktien im Wert von 20€ eher ungünstig, da man alleine einen Kursanstieg von 25% erreichen müsste, um die Kosten zu decken.

  3. Auch wenn der Aktienmarkt grundsätzlich langfristig ansteigt, ist es logischerweise besser, bei verhältnismäßig niedrigen Kursen einzusteigen. Um diese kurzfristigen Tiefpunkte zu erwischen, kann man die Strategie wählen, über einen längeren Zeitraum immer wieder zu investieren und das Risiko der Anlage etwas zu verringern. Für diese zeitliche Streuung bei der Aktienanlage ist mehr Kapital notwendig, da regelmäßig der Bestand mit neuen Aktien aufgestockt wird.


Kann man also nur sinnvoll in Aktien investieren, wenn man richtig Kohle hat? 🤔

Nein, das ist ein relativ weit verbreiteter Irrglaube.

Es gibt verschiedene gute Möglichkeiten, auch nur einen kleineren Betrag so zu investieren, dass man eine gute Rendite bei mäßigem Risiko erzielen kann. Somit ist es zum Beispiel auch für Studierende mit wenig Kapital gut möglich, aktienbasiert Geld anzulegen.

Unter anderem geht das durch:

  • Sparpläne für einzelne Aktien: Man kann für einzelne börsennotierte Unternehmen regelmäßig einen Betrag über ein Depot einzahlen und damit seinen Unternehmensanteil kontinuierlich erhöhen. Das hat den Vorteil, dass man zwischendurch auch bei verhältnismäßig niedrigen Kursen mehr Aktien günstiger kaufen kann. Auch bei dem vorher genannten Beispiel der teuren Alphabet-Aktie könnte man sich an dem Erfolg des Unternehmens mit nur wenig Kapital beteiligen.

  • Aktienfonds: Fonds bestehen aus vielen einzelnen Unternehmensanteilen. Dadurch wird die nötige Streuung auch bei wenig investiertem Geld gewährleistet. Hierbei werden die Investmententscheidungen von den Fondsmanagern getroffen, sodass man sich als Anleger darüber wenig Gedanken machen muss. Allerdings werden diese Profis selbstverständlich auch von einem Teil des angelegten Geldes in Form einer Gebühr bezahlt. Auch hier sind Sparpläne möglich.

  • ETFs ("Exchange Traded Funds"): Diese Form des Investments kommt ohne Fondsmanager aus und bietet trotzdem eine große Streuung. ETFs sind Fonds, die aus Aktien bestimmter Indizes bestehen und nicht aktiv verwaltet werden. Dadurch fallen geringere Kosten an. Zum Beispiel kann man mit einem ETF an der Entwicklung des DAX teilhaben. Neben dem Vorteil der geringeren Kosten existiert jedoch auch der Nachteil, dass ein ETF deutlich inflexibler im Vergleich zu einem professionell verwalteten Fond ist und nicht auf einzelne Entwicklungen reagiert werden kann. Die Renditechancen sollten bei einem verwalteten Fonds tendenziell höher sein als bei einem ETF. Sparpläne ebenfalls möglich.

  • Copy Trading: Bei diesem Prinzip werden Handelsideen einzelner Trader automatisch abgebildet ("kopiert"). Ein Beispiel hierfür ist die Plattform EToro.

  • Social Trading (Wikifolio): Hierbei geht es darum, sich ähnlich wie bei einem Sozialen Netzwerk auszutauschen und eigene Ideen mit anderen zu teilen. Dabei gibt es die Möglichkeit, die Investmentstrategien von anderen abzubilden. Einige Trader dieser Plattform haben Musterdepots ("wikifolios" genannt), von denen man jeweils ein Zertifikat an der Börse erwerben kann. Dafür durchlaufen diese wikifolios einen langen Prüfungsprozess (unter anderem durch die Bundesfinanzaufsicht), sodass ein möglichst sicheres Produkt gewährleistet wird. Dieses Zertifikikat gewinnt oder verliert dann je nach Entwicklung der enthaltenden Unternehmen an Wert. Das Ganze kann man sich vereinfacht gesagt in etwa wie einen Aktienfond vorstellen, der von dem jeweiligen Wikifolio-Trader verwaltet wird. Als Anleger kann man also von der positiven Entwicklung der enthaltenden Unternehmen profitieren. Unter folgendem Link und auf weiteren Bereichen der Plattform Wikifolio findet ihr dazu gut erklärt viele Informationen: https://www.wikifolio.com/de/de/hilfe/faq/social-trading/copy-trading Ich selber bin auf Wikifolio als Trader aktiv und warte aktuell darauf, dass die Zertifikate für meine wikifolios erscheinen. Der umfassende Prüfungsprozess dafür läuft seit Ende April. Auf investpocket.net erfahrt ihr mehr über meine Arbeit rund um Wikifolio.


Fazit:

Warum solltest du also in Aktien investieren und was solltest du beachten?

Grundsätzlich bietet dir eine gute und langfristig ausgerichtete Aktienanlage (in welcher Form auch immer) eine große Chance auf gute Renditen bei gleichzeitig mäßigem Risiko.

Für Investitionen in deiner Zukunft wie zum Beispiel ein wertvolles technisches Gerät, ein Auto, eine Immobilie oder sogar noch längerfristig gedacht für deine Altersversorgung führt ein Investment in Aktien mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass du deutlich mehr Geld dafür übrig haben wirst.

Deswegen ist es grundsätzlich sinnvoll, ein Teil deines Geldes in Form von Aktien oder aktienbasierten Anlageprodukten (Fonds, ETF, Wikifolio,...) anzulegen.

Dabei solltest du allerdings darauf achten, eine seriöse Anlageform zu wählen und deine Entscheidungen mit Weitsicht und Bedacht zu treffen.

Eine ultimative Empfehlung für die beste Anlageform kann ich nicht geben, da dies sehr individuell ist. Für die Investition in einzelne Aktien sollte man Interesse und Zeit haben, sich über Entwicklungen von Unternehmen regelmäßig zu informieren.

Weniger aufwendig sind die anderen vorgestellten Anlageformen.

Man sollte sich möglichst so entscheiden, dass man das Risiko und die Renditechancen kennt und sich langfristig wohlfühlen kann. Dabei muss man sich selbstverständlich auch nicht auf eine einzelne Form der Anlage beschränken.


Ich persönlich finde das Konzept von Wikifolio sehr gut und werbe deswegen auch auf Investpocket dafür.

Besonders gefällt mir dabei, dass man den "Fondsverwalter" (Trader) bereits kennen oder noch kennenlernen kann. Bei Investpocket hast du sogar die Möglichkeit, direkt mit mir als Trader zu kommunizieren und dir meine Entscheidungen erklären zu lassen.


Bei Fragen zu diesem Artikel stehe ich sehr gerne jederzeit zur Verfügung!

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