Sell in May or stay?

Eine Börsenweisheit lautet "Sell in May and go away" und spielt darauf an, dass die Aktien-Kurse zwischen Mai und September niedriger sind als in den Wintermonaten. Damit man nicht vergisst, anschließend wieder am Aktienmarkt teilzunehmen gibt es außerdem noch den Merksatz "But remember to come back in September"...

Sollte man sich im Sommer lieber zurücklehnen und sich nicht mit Aktien beschäftigen?

Nun sieht es aktuell in den ersten Tagen dieses Monats ein bisschen so aus, als könnte an dieser Weisheit etwas dran sein.

Der DAX liefert kaum positive Impulse und die Technik-Werte schwächeln. Obendrein kommen unter anderem aus den USA Pläne zu Patentsrechtsaussetzungen beim Thema Impfstoff und die Euphorie für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien sinkt zum Teil kräftig.

Positive Nachrichten einiger Aktiengesellschaften zum erfolgreichen ersten Quartal dieses Jahres haben kaum positive Auswirkungen gezeigt.

Man könnte daraus also durchaus eine gewisse Ermüdung erkennen, nachdem fast der gesamte Aktienmarkt sich äußerst positiv über die letzten Monate entwickelt hat.

Die Sorgen bezüglich finanzieller und wirtschaftlicher Folgen der Pandemie sind dazu ohnehin mindestens im Hintergrund präsent und könnten im Zuge einer sich verschlechternden Gesamtstimmung am Finanzmarkt stärker ins Licht gerückt werden.

Das könnte zu einer kräftigen Korrektur der Aktienkurse führen und somit erschiene ein Verkauf von Aktien zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll, um später (im September) wieder günstiger einzusteigen.


Es sprechen jedoch auch Argumente gegen diese Strategie:

  1. Den Zeitpunkt des jetzigen Verkaufes und des späteren Kaufes nach dem Sommer richtig zu wählen, ist relativ unwahrscheinlich. Es ist durchaus möglich, dass die erwartete Korrektur deutlich kürzer als mittels der Weisheit prognostiziert anhält und es beispielsweise Anfang Juli wieder rasant bergauf geht. Dafür könnten in der aktuellen Situation zum Beispiel starke Lockerungen durch großen Impffortschritt den Impuls geben. Dadurch könnte es passieren, dass man als Anleger den kräftigen Anstieg zwischen Juli und September verpasst.

  2. Es ist sehr gut möglich, dass die Korrektur schlichtweg ausbleibt. In letzter Zeit sah es schon öfter so aus, als wäre nun der Zeitpunkt für eine anhaltende Abwärtsbewegung an den Börsen gekommen. Trotzdem ging es danach immer wieder bergauf. Die Skeptiker konnten sich noch nicht gegen die Optimisten durchsetzen und es besteht eine ernstzunehmende Wahrscheinlichkeit, dass die Optimisten durch positive Nachrichten in nächster Zeit noch mehr Rückenwind erhalten und demzufolge die Aktienkurse gestärkt werden.

  3. Investmententscheidungen sollten meiner Ansicht nach auf Grundlage von fundierten, aktuellen Informationen und nicht nach dem Kalender gefällt werden. Es erschließt sich mir nicht, warum man im Sommer nicht genauso in ein vielversprechendes Unternehmen investieren sollte wie im Winter, wenn das zu diesem Zeitpunkt gerade als sehr günstig erscheint. Meiner festen Überzeugung nach hat man die besten Chancen am Finanzmarkt, wenn man stets gut informiert ist.

Das heißt jedoch nicht, dass man am Pool unbedingt noch schnell die Aktienkurse checken muss, um erfolgreich zu sein...

Entspannung und Ruhe sind am Aktienmarkt ebenfalls wichtige Eigenschaften.

Und wo kann man sich diese Attribute am besten holen?








Genau! 😎☀️

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