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Was machen Sachen: Short-Selling

Ist euch schon mal der Begriff des Short-Sellings über den Weg gelaufen?

Und nein, es geht hierbei nicht um den Verkauf von kurzen Hosen... 🤓


In bekannten Filmen wie "The Big Short" spielte das Thema bereits eine Rolle und auch die großen Hedgefonds sind schon öfter durch ihre Aktivitäten im Short-Selling stark im Fokus gewesen. Ein prominenter Fall der näheren Vergangenheit ist zum Beispiel die GameStop-Reddit-Geschichte.

Im Jahr 2021 verzeichnete die GameStop-Aktie einen beeindruckenden Kursanstieg. Der Kurs der Aktie der US-amerikanischen Einzelhandelskette GameStop stieg von knapp 20 Dollar zu Jahresbeginn 2021 auf zwischenzeitlich rund 480 Dollar an, was weltweit große mediale Aufmerksamkeit erregte. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens erreichte dabei über 20 Milliarden Dollar.

Vor diesem spektakulären Anstieg hatten mehrere Hedgefonds auf den Fall der GameStop-Aktie gesetzt und mit Leerverkäufen hohe Summen investiert. Als die Aktie jedoch in die Höhe schoss, erlitten diese Fonds Milliardenverluste.

Ausgelöst wurde dieser dramatische Kursanstieg durch die Community r/wallstreetbets, ein Unterforum des sozialen Netzwerks Reddit. Hier schlossen sich zahlreiche Kleinanleger zusammen und entschieden sich dazu, die GameStop-Aktie zu kaufen. Dieses Phänomen breitete sich im Laufe der Zeit auch auf Aktien anderer Unternehmen aus, insbesondere solcher, die ebenfalls stark leerverkauft waren. Ein prominentes Beispiel hierfür war der US-amerikanische Kinobetreiber AMC Entertainment.

Am 28. Januar kam es infolge mangelnder hinterlegter Sicherheiten bei Clearingstellen zu einem drastischen Einschnitt. Mehrere Broker, darunter Robinhood, TD Ameritrade/Charles Schwab, Interactive Brokers und Webull auf dem US-amerikanischen Markt sowie Trade Republic auf dem deutschen Markt, stoppten vorübergehend die Möglichkeit zum Kauf der GameStop-Aktie. Diese Maßnahme stieß auf breite Kritik und sorgte für kontroverse Diskussionen.

Man könnte darüber noch wesentlich mehr schreiben (ihr findet dazu sicherlich schnell einige spannende Artikel, falls es euch interessiert). Ich möchte euch lieber im Folgenden kurz erklären, was überhaupt die Funktionsweise beim Short-Geschäft ist.


Die Funktionsweise des Short-Sellings

Beim Short-Selling setzt ein Investor darauf, dass der Kurs einer bestimmten Aktie in Zukunft sinken wird. Der Weg dorthin unterscheidet sich grundlegend von einem herkömmlichen Aktienkauf. Um eine Short-Position einzugehen, leiht sich der Investor zunächst die Aktien von einem Broker. Diese ausgeliehenen Aktien werden dann sofort am Markt verkauft.

Hierbei ist es wichtig zu erwähnen, dass der Broker als Sicherheit eine gewisse Menge an Kapital oder anderen Wertpapieren verlangt. Diese Sicherheit dient dazu, mögliche Verluste abzufedern. Denn anders als beim Kauf von Aktien, wo der mögliche Verlust auf den Einsatz beschränkt ist, gibt es beim Short-Selling theoretisch kein Limit für mögliche Verluste. Wenn der Kurs der Aktie steigt, muss der Investor die Aktien zu einem höheren Preis zurückkaufen, um sie dem ursprünglichen Eigentümer zurückzugeben.


Vorteile von Short-Selling


  1. Gewinnmöglichkeit bei fallenden Kursen: Der offensichtlichste Vorteil des Short Selling ist die Möglichkeit, auch von fallenden Kursen zu profitieren. Das eröffnet Investoren eine zusätzliche Einkommensquelle und erweitert ihre Handlungsmöglichkeiten in verschiedenen Marktbedingungen.

  2. Absicherung gegen Verluste: Short Selling kann als Absicherungsstrategie dienen. Wenn ein Investor bereits eine Position in einem bestimmten Wertpapier hat und befürchtet, dass der Kurs sinken könnte, kann er eine Short-Position eingehen, um mögliche Verluste auszugleichen. (=Hedge)

  3. Entdeckung von Marktineffizienzen: Manchmal gibt es Unternehmen, deren Aktienkurse überbewertet sind. Durch Short Selling können Investoren solche Überbewertungen aufdecken und möglicherweise von der Korrektur des Kurses profitieren.

  4. Diversifikation der Anlagestrategie: Short Selling ermöglicht es Investoren, ihre Anlagestrategie zu diversifizieren. Anstatt nur auf steigende Kurse zu setzen, können sie auch von fallenden Kursen profitieren.


Das Risiko des Short-Sellings

Die Risiken des Short-Sellings sind nicht zu unterschätzen. Da es keine Begrenzung für mögliche Verluste gibt, kann ein Kursanstieg der geliehenen Aktien zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.

Es ist also möglich, mehr Geld zu verlieren, als ursprünglich investiert wurde. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass ein Investor, der eine Short-Position eingeht, über ausreichend Kapital verfügt, um mögliche Verluste zu decken.

Wichtig zu wissen ist, dass man nie den Verlauf eines Kurses mit Sicherheit voraussagen kann. Selbst wenn ein Unternehmen offensichtlich vor großen Problemen steht und man von einem negativen Kursverlauf überzeugt ist, kann es durch diverse Faktoren zu anderen Ergebnissen kommen. Zum Beispiel könnte ein Investor plötzlich einem solchen finanzschwachen Unternehmen unter die Arme greifen, sodass es plötzlich über wesentlich bessere Aussichten verfügt.

Hätte man vorher jedoch durch einen Short auf das Gegenteil gewettet, würde man plötzlich Verluste hinnehmen müssen.

Folglich ist immer auch eine Portion an Unsicherheit und Glück / Pech dabei.


Fazit

Short-Selling erfordert Risikobereitschaft und ein hohes Maß an Fachwissen sowie optimalerweise umfangreiche Informationen über das aktuelle Marktgeschehen.

Somit sollte es meiner Ansicht nach nur von erfahrenen Anlegern (am besten Profis) durchgeführt werden, die sowohl die Risiken abschätzen sowie tragen können und die Möglichkeit umfassender Recherche haben.

Als Kleinanleger hingegen ist es eher als eine sehr risikoreiche Spekulation einzuordnen und sollte mit Vorsicht (oder gar nicht) genossen werden.

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